Wertstellung (Valuta)

Die Wertstellung (Valuta) im Bank- und Sparkassenbereich bezeichnet die Festsetzung des Datums, an dem eine Gutschrift oder Belastung auf einem Konto zinswirksam wird. Synonym mit dem Wertstellungsdatum ist das Valutadatum.

Manche Institute buchen Geldeingänge noch immer später als vorgeschrieben. Bereits im Januar 1989 erklärte der Bundesgerichtshof (BGH), dass Einzahlungen auf das Bankkonto taggleich gutgeschrieben (valutiert) werden müssen.

Verlustreiche Verzögerungen

 

Zahlungsverkehr

Bei Selbstständigen summiert sich der Zinsschaden bei regelmäßig im Soll geführten Konten über die Jahre (Zinses-zinseffekt) durch inkorrekte Wertstellungen schnell auf fünf- bis sechs-stellige Beträge. Besonders in älteren Kontoabrechnungen sind oft fehlerhafte Valuten feststellbar: Eine Unter-suchung des Magazins WISO im Jahr 2000 ergab, dass von 420 Überweisungen nur 22% am selben / am nächsten Tag gutgeschrieben wurden, 49% benötigten 2 Tage und 123 Überweisungen, also rund 29% waren bis zu 10 Tage unterwegs.

 

Wertstellungen von

    • Inlandsschecks [1] - Scheckaussteller, Konto bei

      • eigener Bank - (hausintern) taggleich?

      • fremder Bank - nach 3 Bankarbeitstagen?

    • Auslandsschecks - nach 5 Bankarbeitstagen?

    • Bareinzahlungen (via Geldbombe = Nachttresor)

    • Bareinzahlungen von Verbrauchern taggleich? [2]

    • Belastungsbuchungen taggleich? [3]

    • Gutschriften aus Überweisungen - taggleich?

Samstage und Sonntage ebenso die gesetzlichen, regionalen Feiertage sind keine Bankarbeitstage.

 

Prüfkriterien (Auszug) bei

a) Darlehensabrechnungen

    • Wurden die Darlehensauszahlung(en) und -raten korrekt wertgestellt?

b) Kontokorrentabrechnungen (Betriebsmittelkredit, Dispo, Girokonto)

    • Wurden die Buchungen und die Kontoabrechnung korrekt wertgestellt?

    • Wurden Kontobelastungen zurück datiert?

    • Gutschriften verspätet weitergegeben, Lastschriften vordatiert?

    • Wurden Stornierungen valutagerecht gebucht?

Fallbeispiel

Foto     Kurztext

 

Konsequenzen

Bei manipulierten Wertstellungen haben Sie einen Anspruch auf Neuberechnung des Kontos und auf Herausgabe des bankseits gezogenen Nutzens, der sog. Nutzungsentschädigung, wie es die Juristen nennen. Von diesen zu klären ist auch die Frage, ab welchem Zeitpunkt die Verjährung eintritt.

Die verkürzte Darstellung ist nach bestem Wissen zusammengestellt. Eine vollständige Beschreibung ist hier nicht möglich und kann eine anwaltliche Beratung nicht ersetzen.

 


[1] BGH XI ZR 208/96

[2] BGH XI ZR 54/88

[3] BGH XI ZR 239/96

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